Emotionen

2025

Integration & Begleitung

Begleitete Integration

Schrittweise zurück in den Arbeitsmarkt

Silvan Schlumberger

Job Coach mit Programmleitung

Der Weg von Frau Saqipi begann mit vielen Unsicherheiten – gesundheitlich, familiär und beruflich. Nach dem Start im Abklärungsmodul und dem anschliessenden Jobcoaching fand sie einen passenden Praxiseinsatz und konnte ihr Pensum stetig steigern. Schritt für Schritt gewann sie dabei Orientierung, Energie und Selbstvertrauen zurück – und blickt heute mit neuer Zuversicht auf ihre berufliche Zukunft.

Grüezi Frau Saqipi, Sie sind im Frühjahr 2025 ins Programm der AMM BIA (Begleitete Integration in den ersten Arbeitsmarkt) gestartet. Wie haben Sie diese Phase erlebt?

Zu Beginn war ich stark erschöpft und verunsichert. Der geplante Weg klang sinnvoll, erschien mir aber kaum umsetzbar. Mein Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten war gering, im Vordergrund stand zunächst die Bewältigung des Alltags.

Was hat Ihnen in den ersten Wochen Orientierung und Zuversicht gegeben?

Es waren kleine, aber spürbare Veränderungen. Gespräche fielen mir leichter, ich konnte meine Energie besser einteilen. Mit der Zusage für einen Praxiseinsatz wuchs das Vertrauen – in meinen Körper und in den eingeschlagenen Weg. Entscheidend war die enge, verlässliche Begleitung durch meinen Jobcoach, der mir Raum liess und gleichzeitig Orientierung gab.

Welche Rahmenbedingungen haben Ihnen besonders geholfen, wieder Sicherheit zu gewinnen?

Klare Strukturen und Verlässlichkeit. Der Fokus lag nicht auf Leistung, sondern auf Stabilität. Fixe Einsatzzeiten und ein schrittweiser Aufbau ermöglichten es mir, wieder Routine zu entwickeln, ohne meine Gesundheit zu überfordern. Ich habe gelernt, dass auch langsames Vorwärtsgehen Fortschritt bedeutet.

Wie haben Sie den Praxiseinsatz bei Senevita Wydenpark erlebt?

Der Einstieg war sehr wertschätzend. Ich konnte in ruhigem Tempo starten und wurde vom Team offen unterstützt. Die Arbeit im Administrationsbereich sowie der Kontakt mit den Bewohnenden haben mir gezeigt, dass meine fachlichen Kompetenzen weiterhin vorhanden sind. Mein Pensum konnte ich schrittweise auf 40 % erhöhen.

Wie blicken Sie heute auf Ihre berufliche Zukunft?

Ab Januar 2026 setze ich meinen Weg mit einem Praxiseinsatz in der Finanzabteilung der BERNEXPO fort. Parallel beginne ich eine Weiterbildung im Rechnungswesen. Diese Perspektive gibt mir Kraft und Motivation, meine Zukunft wieder aktiv zu gestalten.

Was möchten Sie Menschen mitgeben, die in einer ähnlichen Situation stehen?

Gebt nicht auf und nehmt Unterstützung an. Ich binmeinem Jobcoach sehr dankbar, ohne seine Hilfe und Ermutigung hätte ich dieseFortschritte nicht geschafft. Auch mit gesundheitlichen Herausforderungen sindkleine Schritte vorwärts möglich.

Vielen herzlichen Dank für dieses Interview und die Einblicke, die Sie uns damit gegeben haben. Und vor allem: Viel Freude und Erfolg auf Ihrem weiteren Weg in der Berufswelt und auch privat!