Emotionen

2025

Integration & Bildung

Wenn die Ausbildung passt

Ein Lächeln im Service – Indias Weg in die Gastronomie

Gilles Rösselet

Leiter Fachbereich Gastronomie & Events

Während ihrer Schulzeit an der Heilpädagogischen Schule Biel lernte India die unterschiedlichsten Berufe kennen. Doch erst eine Schnupperlehre im Restaurant Battenberg brachte Klarheit: Die Arbeit im Service, der Kontakt mit Gästen und die abwechslungsreichen Aufgaben sagten ihr auf Anhieb zu.

Während ihrer Schulzeit konnte India mehrere Schnupperlehren absolvieren. Im Zoo Dählhölzli in Bern erhielt sie Einblicke in den Beruf der Floristin, bei der Stiftung Battenberg lernte sie in Schnupperlehren die Uhrmacherei, die Elektronik und andere Industrieberufe kennen. Die technisch anspruchsvollen Tätigkeiten sagten ihr jedoch weniger zu und kamen für sie als Lehrberuf nicht infrage.

Bei einer zweiwöchigen Schnupperlehre im Restaurant Battenberg entdeckte sie schliesslich den Service: «Glücklicherweise», sagt sie mit einem Lächeln, «denn die abwechslungsreichen Tätigkeiten haben mir sehr gefallen.» Besonders das Bedienen und Beraten der Gäste bereitete ihr grosse Freude.

Mit dieser Erfahrung war der Entscheid gefasst. India startete im August 2024 ihre Lehre zur Praktikerin PrA Restaurant.  

Die erste Zeit im Service war für India zunächst herausfordernd. «Mein Körper musste sich daran gewöhnen, den ganzen Tag auf den Beinen zu sein. Und es kamen viele Informationen auf einmal auf mich zu», erinnert sie sich. Unterstützung fand sie bei ihrem Ausbildner Antonis Glampedakis, der sie Schritt für Schritt in die verschiedenen Aufgaben einführte.

Gäste bedienen und beraten, Tische für den Mittagsservice eindecken, Geschirr abwaschen – India lernte schnell die gesamte Palette des Serviceberufs kennen. «Bei schwierigeren Arbeiten, wie dem Einkassieren, kam mir mein Ausbildner am Anfang immer zur Hilfe – heute schaffe ich das meist alleine.»

Antonis hatte von Anfang an einen positiven Eindruck. «Schon während der Schnupperlehre hat man gesehen, welches Potenzial India hat», sagt er. Besonders schätzt er ihre positive Art: «India kommt immer mit einem Lächeln zur Arbeit. Das wirkt sich positiv auf die Zusammenarbeit im Team und die Stimmung im Restaurant aus.» Dass sie zweisprachig aufgewachsen ist, erleichtert zudem die Kommunikation mit den Gästen.

Ein wichtiger Schritt in ihrer Ausbildung war ein dreimonatiges Praktikum im Altersheim Villa Sutter. «Vor dem Vorstellungsgespräch war ich sehr aufgeregt», erzählt India. «Aber als ich die Verantwortlichen kennengelernt hatte, legte sich meine Nervosität wieder.» Während des Praktikums konnte sie ihre Fähigkeiten im Service weiterentwickeln und das Gelernte in einem neuen Umfeld anwenden.

Auch von dort kamen positive Rückmeldungen, berichtet Antonis: «India kann sich mit ihrer aufgestellten Art schnell in ein Team integrieren und scheut den Kontakt mit Bewohnerinnen und Bewohnern oder Gästen nicht. Das sind gute Voraussetzungen für ihre berufliche Zukunft.»